Sprachförderung von Anfang an


Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass das Sprachvermögen vieler Kinder zurückgeht. Auffällig ist eine späte Sprachentwicklung,  einhergehend mit undeutlicher Artikulation. Grundschulkinder verfügen über einen geringen Wortschatz und wenig Ausdruckvermögen. Einen ganzen Satz zu bilden fällt vielen Kindern schwer.

Doch woran liegt das?

Medien haben schnell den digitalen Einfluss  als Ursache in den Fokus gerückt. Sicher hat ein verändertes Medienverhalten Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes, doch der Grundstein für eine gute Sprachentwicklung wird gelegt, bevor Kinder von Fernsehen und Tablet in den Bann gezogen werden.

Als vor vielen Jahren Familien noch mit mehreren Generationen unter einem Dach gelebt haben, waren es oft die Großeltern, die sich um die Betreuung der Kinder gekümmert haben. Und es waren auch eben diese Großeltern, die mit ihren Enkeln Kniereiter und Fingerspiele gemacht haben. Die immer ein Gedicht passend zum Wetter oder zur Jahreszeit kannten und ein riesiges Repertoire an Kinderliedern kannten. Diese Kombination aus Sprechen, Erzählen, Singen, Bewegen und Berühren fördert das Sprachvermögen von Kindern auf spielerische Weise und macht viel Spaß.

Leider fehlen im Alltag häufig die Zeit und die Gelegenheit für eine kurze Spielzeit. Die junge Großelterngeneration ist selbst aktiv und hat eine rege Freizeitgestaltung, sodass die Weitergabe von traditionellen Spielen zurückgegangen ist.  Ein großer Verlust, denn das Spiel zwischen Eltern und Kind macht Riesenspaß.  Viele Eltern sind zeitlich eingespannt zwischen Beruf und Haushalt. Ruhige Momente, in denen erzählt wird sind kostbar und selten.