Fast alle Eltern kennen die Situation. Aus heiterem Himmel und ohne Vorzeichen bricht für das Kind die Welt zusammen. Es weint und schreit, einige strampeln und treten und geraten in einen Modus, in dem keine guten Worten helfen.
Eltern stehen dieser Situation in der Regel ziemlich ratlos gegenüber, natürlich wissen wir alle, dass der emotionale Ausbruch vorübergeht, und doch ist es ebenso natürlich, dass wir unserem Kind helfen wollen. Selbst die entspanntesten Eltern verlieren ihre Gelassenheit in diesen Momenten.
In der Literatur sind Trotzphasen im Kindesalter relativ genau definiert. Auch ich hatte darüber gelesen und dachte ich bin vorbereitet. Meine Tochter jedoch nicht. Sehr individuell hat sie den Zeitpunkt und die Anzahl ihrer Trotzphasen selbstbestimmt. Und auch wenn ich wusste, jeder Schreianfall fördert ihre Selbstbestimmung, so hätte ich gern darauf verzichtet. Viele Jahre später weiß ich auch, dass Kinder mit einer ausgeprägten Trotzphase nicht zwangsläufig leichter durch die Pubertät kommen. Aber vielleicht ist das auch nur eine Lüge, um Eltern einen Strohhalm zu reichen, an den sie sich klammern können.
Was also tun?
Erst einmal hilft tief durchatmen. Schreit das Kind so sehr, dass es kaum noch Luft holt, hilft ein wenig pusten ins Gesicht. Wenn Sie dann noch ein Lied singen, entspannen Sie sich vielleicht zuerst. Sind Sie entspannt, wird sich auch ihr Kind beruhigen und wieder zugänglich für gute Worte. Sie müssen keine Oper singen, etwas Kurzes, „Alle meine Entchen“ oder Ähnliches reicht völlig. Rufen Sie ein Ritual ins Leben, das bei Ihnen und ihrem Kinde gute Laune hervorlockt und von allem anderen ablenkt.
Für größere Kinder kann ich das Buch „Die kleine Motzkuh empfehlen“ wie gesagt wir hatten lange und ausgeprägte Trotzphasen.